| 14.19 Uhr

Baukasten-Vision Grotenburg

Baukasten-Vision Grotenburg
FOTO: Archiv
Krefeld. Die Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung der Grotenburg liegt vor: Die Sanierung des Stadions als Spielstätte in der Dritten und Zweiten Liga ist möglich. Die Stadt plant einen Umbau im Baukasten-Prinzip. Die Fertigstellung ist für Sommer 2020 angedacht. 
 
Von Jörg Zellen

Diese Nachricht wird die Fans des KFC freuen: Die Grotenburg kann im Falle eines Aufstiegs sogar zur Zweitliga-Spielstätte ertüchtigt werden. Dies besagt eine Machbarkeitsstudie der Frankfurter Planer von Albert Speer + Partner.

"Der Standort bietet alles, was für den Profifußball nötig ist", sagt Projektleiter Matthias Schöner, der im Beisein von Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer sowie Planungsdezernent Martin Linne die konkreten Pläne präsentierte. 

Um das Stadion für die Dritte Liga fit zu machen, sollen Haupt- und Gegentribüne aufwendig saniert werden. Die Kapazität liege dann bei 10 000 Plätzen. Auch eine Rasenheizung, die erst ab der Zweiten Liga notwendig wäre, soll bereits eingebaut werden. Die Kosten werden mit 10,5 Millionen Euro beziffert. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr stellte der Krefelder Stadtrat 8,7 Millionen Euro für die Sanierung der Grotenburg zur Verfügung. 

Auch eine "modulhafter" Umbau als Zweitliga-Stadion ist möglich und soll bereits bei den aktuellen Planungen im Auge behalten werden. In diesem Fall würde die marode Osttribüne abgerissen. Je nach Kapazität würde ein Neubau zwischen sechs und zehn Millionen Euro kosten (Gesamtkosten 16,5 bis 20 Millionen Euro). Fakt ist: Als Zweitliga-Standort muss die Grotenburg mindestens über 15 000 Plätze verfügen. 

Langfristig soll das Grotenburg-Areal ausschließlich als Spieltagsstandort dienen. Zusätzliche Parkflächen sowie der optionale Bau einer Parkgarage mit 400 Pkw-Stellplätzen sind ebenfalls Bestandteile der Machbarkeitsstudie. Die Suche nach alternativen Trainingsmöglichkeiten laufen bereits. 

"Die Marke Krefeld wird durch den Erfolg des KFC weiter gestärkt. Wir wollen auch in Zukunft alles daran setzen, Krefeld weiter verstärkt auf die Landkarte zu bringen", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. 

Planungsdezernent Martin Linne erklärte augenzwinkernd: "Der KFC setzt uns durch seinen Erfolg unter Druck."  "Das machen wir sehr gerne", entgegnete KFC-Vorstand Frank Strüver breit grinsend. 

Übrigens: Wie OB Meyer ankündigte, werde der KFC mit Blick auf die steigenden Sanierungskosten mit in die Pflicht genommen. "Es kann nicht einseitige Aufgabe der öffentlichen Hand sein, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Hier geht es schließlich um ein Geschäftsmodell." 

Am Rande: Die Machbarkeitsstudie von "Albert Speer + Partner"sieht noch eine weitere Option vor. Die Westseite der Grotenburg könnte durch den Neubau einer "Hospitality"-Tribüne ertüchtigt werden. An der Kopfseite könnten dann Luxus-Plätze für Sponsoren und Vip-Gäste entstehen. Aus Kostengründen wird diese Vision seitens der Verwaltung derzeit jedoch nicht beachtet.