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Dezernent lobt Entwurf
Baugenehmigung für Krefelds größte Moschee ist erteilt

Baugenehmigung für neue Moschee
Baugenehmigung für neue Moschee FOTO: jps
Krefeld. Planungsdezernent Martin Linne hat heute die Baugenehmigung für Krefelds künftig größte Moschee an die Fati-Camii-Gemeinde übergeben. Er lobte den Architektenentwurf für Begegnungszentrum und Gotteshaus. Von Jan Popp-Sewing

Zurzeit ist das dreieckige Grundstück zwischen Bahngleisen, Gladbacher Straße und Deutschem Ring ein eingezäunter Parkplatz. Jahrelang suchte die Deutsche Bahn als damaliger Eigentümer vergeblich nach einem Investor. Wegen des Zuschnitts und der Lage galt die Fläche als schwierig zu bebauen.

Den jetzt vorliegenden Entwurf eines dreistöckigen interreligiösen Begegnungszentrums mit Läden, einem Gebetssaal mit Kuppeldach und einem "stillem" Minarett empfindet Planungsdezernent Martin Linne als positive Lösung.

Der Architekt stimmte sich im Verlauf der Planungen eng mit der Stadt ab, um die diversen Vorgaben einhalten zu können. Nun liegt die Baugenehmigung vor.

"Es soll keine Moschee nur für eine Gemeinde werden, sondern ein Gebäude für alle Krefelderinnen und Krefelder", betonte Halide Özkurt, stv. Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde (und SPD-Ratsmitglied).

Die Kosten von fünf Millionen Euro sollen durch Spenden hereingeholt werden. Für das Begegnungszentrum will man sich um Fördergelder bewerben. Die Gemeinde ist zwar Mitglied im Ditib-Verband, doch die Türkei werde den Bau nicht finanziell unterstützten, so Özkurt.

Vor allem regionale Firmen sollen mit dem barrierefreien und energieeffizienten Bau beauftragt werden. Unter dem Komplex ist eine Tiefgarage mit 50 Plätzen geplant.

Der Gemeinde ist dabei Transparenz wichtig. Spendenhöre und Herkunft sollen auf einer eigens eingerichteten Homepage gemeldet werden. Vor Baubeginn sollen auch die Nachbarn in einer Infoveranstaltung mit den Plänen vertraut gemacht werden. 

"Im Vordergrund steht für uns die Begegnungsstätte mit ihren acht Seminarräumen. Der Gebetssaal steht an zweiter Stelle", macht Halide Özkurt die Prioritäten der Gemeinde klar, in deren Versammlungsraum an prominenter Stelle ein Porträt von Kemal Atatürk hängt, Gründer der säkularen Republik Türkei. 

Die 300 Mitglieder starke Gemeinde nutzt seit 1984 Räume in einem Innenhof der Saumstraße. Diese sind für die vielfältigen Aufgaben von der Seelsorge über Nachhilfe bis hin zur Flüchtlingsarbeit inzwischen zu klein geworden.

Der Gebetsraum bietet aktuell für knapp 150 Gläubige Platz - zu den Gebetszeiten an den muslimischen Feiertagen ist der Andrang aber oft deutlich größer.

"Wir müssen speziell dem Nachwuchs etwas bieten, sonst überaltert die Gemeinde", so Özkurt. Geplant ist der Baustart bereits für Ende 2018/Anfang 2019. Das hängt allerdings vom Spendenaufkommen ab.