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Nachforschungen eingeleitet
Amerikaner fordern Mondrian-Bilder aus Krefeld zurück

Nachforschungen eingeleitet: Amerikaner fordern Mondrian-Bilder aus Krefeld zurück
FOTO: Archiv-Foto: Kunstmuseen Krefeld, Volker Döhne
Krefeld . Vier Gemälde befinden sich im Besitz des Kaiser-Wilhelm-Museums, die unverwechselbar sind: weiße Flächen mit farbigen geometrisch angeordneten Linien. Der Maler ist international bekannt: es handelt sich um den niederländischen Künstler Piet Mondrian, der 1944 in New York gestorben ist. Von Ernst Müller


Nicht bekannt ist hingegen, wie seine Gemälde ins Krefelder Kunstmuseum gelangt sind. Und genau an diesem Punkt beginnen die Schwierigkeiten, die die Stadt Krefeld nun mit plötzlich auftauchenden Rechtsnachfahren in den USA bekommen hat. Die Vertreter der Rechtsnachfolger behaupten, die Gemälde seien in früherer Zeit veruntreut worden; insofern Eigentum der Amerikaner.


Die Stadt Krefeld sieht für diese Behauptung aber keine Beweise. Tatsache ist lediglich, dass acht Mondrian-Gemälde im Jahre 1950 im KWM aufgefunden wurden. Vier dieser Gemälde wurden vom ehemaligen Direktor Paul Wember gegen andere Kunstwerke eingetauscht; sodass nun vier Werke übrig sind, die das Kunstmuseum mehrfach auf Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt hat.

Vorwürfe der Rechtsnachfolger, der Besitz der Werke sei verschleiert worden, hält die Stadt deshalb für unhaltbar. Das Gegenteil sei richtig: Das KWM habe immer wieder die Herkunft erforscht, ohne sie aber eindeutig klären zu können.

Möglich, dass Mondrian die Bilder verschenkt habe. Mondrians direkter Erbe Harry Holtzman (gestorben 1987) habe nie Ansprüche auf die Bilder erhoben, obgleich ihr Verbleib in Krefeld seit 1950 bekannt war.

Das Kaiser-Wilhelm-Museum leitet nun eine neuerliche Nachforschung ein und beauftragt dazu einen Spezialisten.

In einer heute veröffentlichten Stellungnahme verwahrt sich die Stadt gegen die Vorwürfe: "Bezüglich der erhobenen Vorwürfe hat die Stadt Krefeld den Anwälten der Mondrian-Erben mitgeteilt, dass Unterstellungen und Diffamierungen ehemaliger und heutiger Mitarbeiter der Stadt Krefeld aufs Schärfste zurückgewiesen werden."