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Stadtrat
Alkoholverbot auf dem Theaterplatz?

Stadtrat: Alkoholverbot auf dem Theaterplatz?
FOTO: Peter Freitag / pixelio.de
Krefeld. Im Mai hat Duisburg "probeweise" ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit für Teile der Innenstadt beschlossen. Die UWG fordert nun die Stadt Krefeld auf, zu prüfen, ob für den Theaterplatz nicht Ähnliches möglich sei. Von Jan Popp-Sewing

Die Alkoholiker- und Drogenszene auf dem Theaterplatz widersteht allen Versuchen von Stadt und Polizei, es den Mitgliedern durch regelmäßige Kontrollen "ungemütlich" zu machen.

Die UWG startet nun einen neuen Vorstoß. Sie schlägt vor, zu prüfen, ob auf dem Platz ein örtliches Alkoholverbot eingeführt werden könnte. Begründen solle die Stadt dies damit, dass es dort "nachweislich zu Straftaten und Ordnungswidrigkeiten" komme.

An solchen Orten sei ein partielles Alkoholverbot möglich, so die UWG. Terrassen von Gastronomie und mögliche Großveranstaltungen auf dem Platz sollen von dem Verbot ausgenommen werden. 

Ratsherr Jürgen Heitzer (parteilos) fordert sogar ein Alkoholkonsumverbot in der Öffentlichkeit in ganz Krefeld außerhalb von Biergärten/Volksfesten - nach dem Vorbild der Duisburger Innenstadt.

In Duisburg mussten seit Mai 21 Bürger nach Alkoholgenuss in der Sperrzone 35 Euro Verwarngeld bezahlen. Einnahmen für die Stadt: 735 Euro. Sechs Bürger bekamen Anzeigen.

Die Angriffe auf das "Krefelder Feierabendbier" rufen die Satirepartei "Die Partei" auf den Plan. Ihr Sprecher Carsten nennt das öffentlich mitgenommene Bier ("Wegbier") "eine Tradition, ohne die Krefeld einfach nicht mehr Krefeld wäre".

Durchaus ernsthaft unterstreicht Bullert aber auch, dass das eigentliche Problem auf dem Theaterplatz weniger der Bier- als der Drogenhandel/-konsum sei.

Klar, dass "Die Partei" auch die Idee eines generellen Trinkverbots für die Seidenstadt ablehnt. Bullert: "Wie ist sich das vorzustellen? Auf der Stadtwaldwiese gibt es für den Studenten eine "Knolle" – im anliegenden Biergarten (wer es sich denn leisten kann!) nicht?" 

Das Thema wird am Dienstag im Stadtrat behandelt. Eine Mehrheit für ein Alkoholverbot für den Theaterplatz ist nicht in Sicht.