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Auf künftiger Stadtterrasse
Ahornwäldchen an der Saumstraße gerodet

Saumstraßen-Wäldchen wird gerodet
Saumstraßen-Wäldchen wird gerodet FOTO: jps
Krefeld. Das Ahornwäldchen zwischen Saumstraße und Gleisen sollte "behutsam gelichtet werden". Statt dessen wurde es nun weitgehend gerodet. Grund: drohende Fäulnis und Verkehrssicherheits-Erwägungen. Es soll Nachpflanzungen geben. Aus der Nachbarschaft kommt Kritik. Von Jan Popp-Sewing



Jahrzehntelang schirmte ein dichtes Ahornwäldchen und Gestrüpp einen Teil der Saumstraßenhäuser gegen den Bahnverkehr ab. Hier oben in Höhe der Gleise, mehrere Meter über dem Straßenniveau, soll künftig der Platz "Stadtterrasse" entstehen.

Mit Spielflächen, Tischgen, Bänken - und Bäumen. Der neue Platz ist ein zentraler Teil der geplanten Radpromenade zwischen Forstwald und Linn - Krefelds grünem Vorzeigeprojekt.


Der Plan für die Stadtterrasse sieht hier weiter einen Baumriegel vor. Das Ahornwäldchen sollte daher "behutsam "ausgelichtet" werden. Der Großteil der Bäume sollte stehen bleiben.

Doch wo sich bis vergangene Woche das Wäldchen erstreckte, bleibt heute eine weitgehend leere Rodungsfläche mit einzelnen Bäumen
Nachbarin Gabriele Piontek ist empört: "Die Stadt kann doch nicht einfach so das Wäldchen abholzen lassen. Die Bäume haben Dreck und Lärm der Bahngleise abgehalten. Jetzt schauen wir direkt auf die Züge!"

Auf Anfrage des Extra-Tipp teilt die Stadt mit: "Nach genauerer Betrachtung musste leider von den ursprünglichen Planungen abgewichen werden".
Bei den Arbeiten habe sich gezeigt, dass viele der Bäume "nur wildgewachsene Sämlinge sind, die eine große Windangriffsfläche dargestellt hätten, vor allem, weil sie durch die Begebenheiten vor Ort von Fäulnis bedroht gewesen wären".

Zahlreiche Bäume hätten daher "unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit und, dass dort neben Terrasse samt Boulevard auch ein Kinderspielplatz geplant ist", gefällt werden müssen. Im Zuge der Arbeiten seien Nachpflanzungen anvisiert.

Die Grünen wollen nun im Bauausschuss nachfragen. "Die Rodung des Wäldchens ist natürlich bedauerlich, aber aus den genannten Gründen nachvollziehbar. Da die Bäume offensichtlich ein Bestandteil der Planung waren, plädieren wir auch für eine Nachpflanzung.", sagt Fraktionschefin Heidi Matthias.

Die Radpromenade soll vom Südbahnhof entlang der Gleise in nach Linn, bzw. bis nach Forstwald führen. Ende 2019 beginnen die Bauarbeiten zwischen Feuerwache und Trift.

Die Stadtterrasse oberhalb der Saumstraße soll dann in den Folgejahren an den Radweg angeschlossen werden. Zurzeit ist das gerodete Stück nicht öffentlich zugänglich. Später soll man durch eine Stahltreppe auf den neuen Platz gelangen können.