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Private Sammlung jetzt öffentlich zugänglich
40 Jahre Krefelder Musikgeschichte

Private Sammlung jetzt öffentlich zugänglich: 40 Jahre Krefelder Musikgeschichte
Sound of Krefeld: Hans Rommerskirchen (r.) und Wolfgang Hellfeier (l.) übergeben die legendäre Plattensammlung an Stadtarchivar Dr. Olaf Richter (Mitte). Dieser hält den Plattenspieler schon bereit. Im Hintergrund Konzertplakate Krefelder Bands aus 40 Jahren. FOTO: Müller
Krefeld . Eine private Plattensammlung zu 40 Jahre Krefelder Musikgeschichte ist jetzt öffentlich zugänglich. Von Ernst Müller

Hans Rommerskirchen sammelt Schallplatten, auf denen Krefelder Musiker spielen oder singen. "Begonnen habe ich mit 14 Jahren", sagt der mittlerweile 62-Jährige. In vier Jahrzehnten ist seine Sammlung auf 800 Platten und CDs angewachsen.


Jetzt hat der leidenschaftliche Schlagzeuger seinen Bestand dem Krefelder Stadtarchiv übergeben. "Das ist etwas ganz Besonderes", freut sich Stadtarchivar Dr. Olaf Richter, "der Sound of Krefeld."


Vertreten sind Künstler ganz verschiedener Stilrichtungen: die Pop-Rocker der legendären 70er-Jahre-Band "Wallenstein" ebenso wie die Independent-Gruppe "The Birdy Num Nums" und die Jazzer um die Krefelder Sängerin Karin Mast; aber auch der Gemeindegesang der Lutherkirche wie das Jugendkonzert am 19. Mai 1968 der Orchester von Arndt- und Ricarda-Huch-Gymnasium. Schlager-Ikone Andrea Berg ist vertreten und die internationalen Elektro-Musik-Eisbrecher "Kraftwerk", weil deren Gründungsmitglied Ralf Hütter aus Krefeld stammt und Schlagzeuger Karlheinz Bartos einst sogar an der Krefelder Musikschule unterrichtete. Was und wie auch immer die Künstler spielen oder singen - Hauptsache, es gibt einen Bezug zur Seidenstadt.


Dr. Richter freut sich sehr über die Sammlung: "Immer wieder fragen uns Schüler nach Themen für eine Recherche", erklärt der Archivar, "jetzt haben wir ein Thema anzubieten, das Jugendlichen liegen dürfte."


Aber nicht nur Jugendliche werden gern in die Sammlung hineinhören. Schließlich reicht sie bis in die 50er Jahre zurück, weckt also bei mehreren Generationen wehmütige Erinnerungen. Ein Plattenspieler steht zur Verfügung, damit Archivbesucher die alten Vinylscheiben auch abhören können.


Dr. Richter schätzt die Sammlung auch aus einem anderen Grund: Das Archiv, in dem meist Papiere lagern, legt einen neuen Schwerpunkt auf audiovisuelle Medien. Dieser wird nun weiter aufgewertet.


Hans Rommerskirchen und sein musikalischer Weggefährte Wolfgang Hellfeier, die beide einst in Krefelder Bands spielten und sangen, waren als Mitautoren bereits an zwei Büchern zur Krefelder Musikszene der 60er und 70er Jahre beteiligt: "Wer beatet mehr?" und "Krefeld rockt die Siebziger". Mit der Übergabe der Plattensammlung legen sie nun die entsprechende Tondokumentation dazu vor.