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100 Jahre Heimatpflege

100 Jahre Heimatpflege
Interesse: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (r.) studiert eingehend die Krefelder Karte, die die Bombenschäden aus dem Jahre 1943 vermerkt. Stefan Kronsbein (l.) vom Krefelder Heimatverein hatte sie ihm unterbreitet. FOTO: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln.
Krefeld. Stefan Kronsbein erwischte Ministerpräsident Armin Laschet bei einem Besuch in Holland. Der Schriftleiter des Krefelder Heimatvereins unterbreitete dem NRW-Regierungschef eine denkwürdige Karte. Prunkstück zum 100-jährigen Jubiläum und kostenlos zu haben. 

 

Fünf Wochen nachdem Krefeld 1943 durch einen massiven Bombenangriff zerstört wurde, erstellte das Bauamt eine Stadtkarte, in der die Beschädigungen sowie die verfügbaren Luftschutzbunker eingetragen wurden. 

Zum 100-jährigen Jubiläum des Krefelder Heimatvereins hat Schriftleiter Stefan Kronsbein das Dokument einer fürchterlichen Zeit aus dem Archiv geholt und neu drucken lassen. "Interessenten können die Karte kostenlos bekommen", erklärt Kronsbein und verweist auf die "Anlaufstellen" Stadtarchiv und Mediothek.

Zudem liegt es der Jubiläumsausgabe des neuen Heimatbuches bei, das am 1. Dezember in den Handel kommt. Die Karte ist nur ein Höhepunkt des Rückblicks auf 100 Jahre Erforschung und Darstellung der Krefelder Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Gestern fand in der Alten Kirche die offizielle Festveranstaltung statt. Oberbürgermeister Frank Meyer und die Kulturdezernentin des Landschaftsverband drückten ihre Anerkennung aus. 

"Die Gründung unseres Vereins war keine Reaktion auf den verlorenen Ersten Weltkrieg", stellt die Vereinsvorsitzende Dr. Julia Obladen-Kauder klar. Das war nämlich bei vielen anderen Vereinen der Fall, die im Jahr 1918 gegründet wurden. Die Gründung am 22.2.1918 geht vielmehr auf den Wunsch einer engagierten Bürgerschaft nach einem eigenen Heimatmuseum zurück. Dieser Wunsch wurde nie erfüllt. 

Dafür aber startete im Jahr 1921 die Herausgabe eines Heimatbuches, das bis auf eine kurze Unterbrechung in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1941 - 1950 bis heute anhält; und eine überaus beliebte Lektüre bei den Krefeldern geblieben ist. 2001 wurde es von einer Jury sogar zum besten Heimatbuch Deutschlands gekürt.